Annehmen was ist

Den allein rette ich, der liebt, was ist, und den man sättigen kann.
Antoine Saint Exupéry

Annehmen macht das Leben leichter

Manchmal gibt es Ereignisse in unserem Leben, die uns echt aus der Kurve hauen…aber halt...., sind es die Ereignisse oder ist es die Bewertung, die wir an diese Ereignisse knüpfen? Oftmals sehen wir erst viele Jahre später den Diamanten, der in dem Misthaufen steckte, der sich da in unser Leben geschlichen hat.

Egal, was uns im Leben begegnet, erst wenn wir es angenommen haben, können wir es betrachten und vielleicht sogar umgestalten; auf alle Fälle können wir uns aktiv entscheiden, wie wir mit dem Erlebnis künftig umgehen möchten. Doch das alles funktioniert nur, wenn wir es erstmal in den Händen halten. Was wir nicht annehmen und in den Händen halten können wir logischerweise auch nicht loslassen.

Abgesehen von diesem "Wortspiel", in dem doch viel Wahrheit steckt, ist es so, dass Emotionen nicht verschwinden, indem wir sie verdrängen. Sie stauen sich auf, wirken sich auf Psyche und Körper aus und wachsen so weiter, bis sie irgendwann in Form einer emotionalen Explosion, einem körperlichen Unwohlsein oder gar einer Krankheit, wieder auftauchen. Sie haben die Tendenz, uns immer wieder einzuholen.

Sehr schön finde ich das immer wieder dargestellt in der chinesischen Geschichte von dem Bauern…

Es war einmal ein recht armer chinesischer Bauer, der seinen Hof zusammen mit seinem Sohn und einem einzigen Pferd bewirtschaftete. Eines Tages lief das Pferd davon und seine Nachbarn sagten: „Oh du armer, welch ein Unglück!“ Der Bauer antwortete: „Vielleicht ja, vielleicht nein.“

Dann kam das Pferd zurück und brachte eine Herde Wildpferde mit. Wieder kamen die Nachbarn und diesmal sagten sie: „Oh was bist du doch für ein Glückspilz.“ Der Bauer antwortete: „Vielleicht ja, vielleicht nein.“

Mit seinem Sohn versuchte der Bauer die Pferde zu zähmen und dabei fiel sein Sohn vom Pferd und brach sich ein Bein. Und wieder kamen die Nachbarn und sagten: „Oh, welch ein Unglück!“ Und wieder antwortete der Bauer: „Vielleicht ja, vielleicht nein.“ Kurz danach wurde die Gegend von einer befeindeten Armee angegriffen und alle jungen Männer des Dorfes wurden rekrutiert, um das Dorf zu verteidigen. Viele der jungen Männer starben in diesem Kampf.

Und wieder kamen die Nachbarn und sagten: „Oh, welch ein Glück, dass dein Sohn wegen des Unfalls nicht kämpfen konnte.“ „Vielleicht ja, vielleicht nein.“ war alles, was der Bauer antwortete.

Menschen mit intensiven Biografien

Menschen mit intensiven Biografien

Nicht die Dinge an sich sind es, die uns beunruhigen, sondern vielmehr ist es unsere Interpretation der Bedeutung dieser Ereignisse, die unsere Reaktion bestimmt.“
(Markus Aurelius)

Wie wir unsere Vergangenheit betrachten gestaltet unsere Zukunft.

Wir alle bringen unsere Lebensgeschichten mit in die Gegenwart und alle erlebten Aspekte prägen die Art und Weise, wie wir unsere Zukunft gestalten. Bei manchen von uns waren die Herausforderungen weniger groß, bei anderen größer, bei manchen kaum zu stemmen.


Menschen mit schwierigen Verlusten

Menschen mit schwierigen Verlusten

"Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest Schmetterling."
(Laotse)

Welcher Verlust schwierig ist, ist für jeden von uns anders. Sehr oft höre ich Vergleiche unter Trauernden. In diesen Vergleichen werden Bewertungen vorgenommen, was denn wohl ein schwerer oder weniger schwerer Verlust ist. Ich glaube nicht an solche Bewertungen.