Menschen am Scheideweg



Mutig genug zu sein, das eigene Leben zu leben, statt sich darauf auszurichten, was andere erwarten, ist eine der häufigsten Erkenntnisse von Menschen am Ende ihres Lebens. –
und mich nicht von den Erwartungen anderer leiten lassen.“

Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung

Muss ich mein Leben hinter mir lassen, um mich selbst zu leben?

Mit zunehmender Komplexität, Schnelllebigkeit und Freiheit, machen wir es uns manchmal schwer, anstehende Entscheidungen zu treffen. Die innere Stimme, die nach Entscheidung ruft, beginnt meist ganz leise zu flüstern. Wir hören sie in Form von einem mulmigen Gefühl in bestimmten Situationen oder Aggression, von der wir gar nicht wissen, wodurch sie hervorgerufen wird.

Dann wird sie immer lauter. Aus dem mulmigen Gefühl wird ein klares „Nein, das will ich nicht mehr.“ oder „So kann das nicht weitergehen.“ Oder einfach „Ich hab die Schnauze voll.“.

Wenn wir uns dann einmal bewusst geworden sind, dass sich etwas tun muss, verharren wir häufig dennoch aus Vernunftsgründen weiter in der unliebsamen Situation. Dies hat häufig zwei Gründe – zum Einen scheint eine Veränderung häufig extrem komplex und bezieht viele Aspekte des Lebens, wie Existenzsicherung, Familie, Lebenspartnern und Glaubenssätze über was geht und was nicht, mit ein. Zum anderen stehen wir häufig da und wissen ganz genau, was wir nicht wollen; uns fehlt jedoch eine klare Sicht darauf, was wir uns wirklich wünschen. Das ist dann ein wenig als stünden wir an der Haustüre, um irgendwo hinzugehen und wissen aber nicht wohin. So stehen und stehen wir da und es passiert nichts.

Sie kennen das sicher auch, dass die Phase des Nichtentscheidens extrem stressig ist. Ein ständiges Gefühl von Hin- und Hergerissensein, Gedanken, die im Kopf kreisen, Abwägen und Verwerfen…all das kostet Kraft. Die Phase der Entscheidungsfindung verbinden wir häufig mit Unsicherheit – wir wissen ja nicht was kommt. So bleiben wir häufig lieber in dem „Leid“, das wir kennen, als uns die Möglichkeit der Verbesserung – auch wenn wir sie noch nicht kennen – zu eröffnen. Haben wir dann eine Entscheidung getroffen – selbst wenn sie noch suboptimal ist, so fühlen wir uns erleichtert und befreit. Wir haben wieder Klarheit und ein Ziel vor Augen und können in Bewegung kommen.

Was wir in diesem Prozess auch häufig vergessen ist die Tatsache, dass Entscheidungen nicht in Stein gemeißelt sind. Wenn wir bemerken, dass eine Entscheidung nicht in die gewünschte Richtung führt, können wir in diesem Moment erneut unsere Situation betrachten und die Richtung korrigieren.

Was hindert uns also Entscheidungen zu treffen? Hier einige Beispiele

  • Wir haben Angst zu früh zu entscheiden, nicht genügend informiert zu sein und so eine Chance zu verpassen.
  • Wir haben Angst etwas zu verlieren.
  • Die Komplexität der Entscheidung macht Angst.
  • Imbalance zwischen Gefühl und Verstand – einer sagt immer nein und sei es die Angst vor Veränderung.
  • Die Angst davor, was andere dazu sagen.
  • Negatives Feedback von anderen.
  • Angst zu scheitern.
  • Angst zu versagen – nicht gut genug zu sein.
  • Negative Erfahrungen mit getroffenen Entscheidungen aus der Vergangenheit.

Was verlieren wir, wenn wir nicht entscheiden?

  • Alles bleibt wie es ist.
  • Wir lassen unsere Lebenszeit ungenutzt verrinnen.
  • Unsere Träume bleiben unerfüllt.
  • Wir verlieren täglich Energie, wenn wir in unerwünschten Situationen bleiben.
  • Wir leben in Angst statt in Zufriedenheit und Freude.
  • Wir leben nicht unser Potential.
  • Im suboptimalsten Fall kann es uns unsere Gesundheit kosten.
  • Wir schauen am Lebensende zurück und bereuen, was wir nicht getan haben.

Was gewinnen wir, wenn wir entscheiden?

  • Wir kommen in Bewegung und haben so die Möglichkeit, Altlasten hinter uns zu lassen.
  • Schon eine kleine Entscheidung öffnet neue Türen und schafft Möglichkeiten.
  • Entscheidungen machen den Unterschied zwischen leben und gelebt werden.
  • Entscheidungen ermöglichen uns, Sinn in unserem Leben zu finden.
  • Entscheidungen generieren Energie und Tatkraft.
  • Entscheidungen machen uns vom ohnmächtigen Opfer zum Gestalter unseres Lebens.
  • Entscheidungen stärken unser Immunsystem.
  • Entscheidungen zu treffen und für uns einzustehen bedeutet integer zu sein.